Vom 6. bis 10. Juli begaben sich 26 Schülerinnen und Schüler der P12 des Adam-Kraft-Gymnasiums Schwabach auf eine bewegende Studienfahrt ins polnische Krakau.
Ein herzliches Dankeschön : Diese bedeutsame Exkursion wurde durch die großzügige Unterstützung der Sanddorf-Stiftung aus Regensburg gefördert.
Das Ziel der Studienfahrt war es, den Jugendlichen das europäische Nachbarland – seine Menschen, seine Kultur und die gemeinsame Geschichte – näher zu bringen sowie das Wissen darüber zu vertiefen. Die Lehrkräfte Katharina Winter und Tobias Dollenmaier bereiteten inhaltlich und pädagogisch die Fahrt vor und begleiteten diese.
Die Reise begann für die jungen Erwachsenen am Montag früh auf den Schienen. Bereits um 7 Uhr traf sich die Gruppe der Reisenden und machte sich ca. 11 Stunden auf den Weg ins östlich gelegene Polen. Nach der Ankunft um ca. 19 Uhr genoss die Gruppe ein gemeinsames Abendessen in der Kantine des Jugendhotels Nawojka und bezog ihre Zimmer.
Der erste volle Tag in Polen stand ganz im Zeichen der Krakauer Altstadt unter der Führung von Sylwia Jeruzal, die die Reisenden mit vielen lebendigen Geschichten durch die historischen Straßen Krakaus leitete. Die älteste Uni Krakaus hielt viele Geschichten über mehrere Jahrzehnte für die Schüler bereit. Höhepunkt des Vormittags war die berühmte Marienkirche mit ihrem weltbekannten hölzernen Hochaltar des Nürnbergers Veit Stoß. Um ca. 12:30 endete die Führung im Plenum und der Nachmittag stand den Schülern zur freien Verfügung. Sie konnten individuell entdecken, warum Krakau als die schönste Stadt Polens und heimliche Hauptstadt gilt, in der das kulturelle und geschichtliche Herz des Landes schlägt. In keiner anderen Stadt lässt sich die Geschichte besser erschließen.
Am Mittwoch tauchte die Gruppe tiefer in die jüdische Geschichte der Stadt ein. Erneut geleitet von Frau Jeruzal, stand ein Rundgang durch das jüdische Viertel Kazimierz sowie über das ehemalige jüdische Ghetto auf dem Programm. Der Besuch eines jüdischen Friedhofs sowie einer Synagoge machte, zusammen mit den anschaulichen Erzählungen durch Frau Jeruzal, die jüdische Kultur und ihre Geschichte greifbar. Aufgeteilt in zwei Gruppen besuchten die Schwabacher schließlich die Emaillewarenfabrik von Oskar Schindler und deren Dauerausstellung. Der Tag fand seinen Ausklang mit einem gemeinsamen, traditionellen Abendessen im Restaurant „Tradycyjne Polskie Smaki“.



Der Donnerstag forderte die Auseinandersetzung mit den dunkelsten Kapiteln des 20. Jahrhunderts. Bereits um 8:00 Uhr morgens brachte ein Bus die Gruppe zur Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz und Birkenau. Während einer dreieinhalbstündigen Führung sahen die Schülerinnen und Schüler erhaltene Baracken, die Bahngleise Birkenaus und weitere erschütternde Relikte. Der historische Ort hinterließ bei allen Teilnehmenden einen tiefen Eindruck über die Auswirkungen der Schreckensherrschaft im letzten Jahrhundert. Nach einer kurzen Mittagspause wurde das Erlebte noch einmal aktiv aufgearbeitet. Im Workshop „Kinder im Lager“ erstellten die Schülerinnen und Schüler Plakate zu unterschiedlichen Teilaspekten des Lebens von Kindern in Auschwitz.


Nach einer ereignisreichen und fordernden Woche hieß es am Freitagmorgen Abschied nehmen. Nach dem letzten Frühstück um 7:30 checkte die Gruppe aus dem Hotel aus und trat die Rückreise mit dem Zug an.
Was bleibt, sind nicht nur historische Fakten, sondern ein Bewusstsein für Erinnerungskultur und Toleranz in der heutigen Zeit – sowie die Bedeutung historisch geprägter Fahrten zur kulturellen Bildung, wie die Schüler des AKG es erleben durften. Zudem baut eine offene Kommunikation Verständnis füreinander auf, was nicht nur ein zentrales Anliegen der Sanddorf-Stiftung sondern auch integraler Bestandteil des gymnasialen Bildungsauftrag ist.
Celine Ritthammer