Nachdem unsere P12-Kurse im Vorfeld das analytische Drama „Der zerbrochene Krug “ gelesen und eifrig mitgerätselt haben, wer denn nun den Krug bei einem nächtlichen Stell-dich-ein zerbrochen hat und wofür dieser Krug sinnbildlich steht, konnten wir am 11. Februar unsere Leseerfahrungen vervollständigen. Herr Raimund Groß führte auf der Bühne eine fesselnde One-Man-Show auf und schlüpfte dabei gekonnt in alle Rollen: Scheinbar mühelos wechselte er von dem unsympathischen, ungepflegten Dorfrichter Adam zum schüchternen Evchen, keifte als Marthe Rull den angeklagten Ruprecht und – weil sie sich ungerecht behandelt fühlte – gleich auch noch alle Gerichtsvertreter an. Kleists Stück bietet Vieles, was die Zuschauer lockt: Erpressung, Amtsmissbrauch, Eifersucht, Aufopferung, Konflikte zwischen Eltern und Kind…- aber das alles nicht ohne eine Portion Ironie, Komik und Gesellschaftskritik. Im Anschluss an die Aufführung konnten die Schüler Herrn Groß noch Fragen stellen und brachten so in Erfahrung, dass es circa 9 Monate dauerte, bis Text und Choreographie standen, dass er ein Büchner-Fan und „Woyzeck“ sein Lieblingsstück ist und er eigentlich Bauer hätte werden sollen…
Zwei Schulstunden vergingen wie im Fluge und die Inszenierung wird uns sicher in Erinnerung bleiben. Wir bedanken uns ganz herzlich beim Förderverein des Adam-Kraft-Gymnasiums, der die gesamten Kosten für diese Theateraufführung übernommen hat!
Text und Foto: Melanie Kirchhof