Herzlich willkommen am Adam-Kraft-Gymnasium

Schüler schenken Weihnachtsfreude

Das Weihnachtskonzert des Adam-Kraft-Gymnasiums glänzte mit vielfältigen Darbietungen

Schon vor dem ersten Ton des Konzerts konnten die Gäste des AKG-Weihnachtskonzerts die kunstvolle Kulisse bestaunen, u.a. von Schülern angefertigte Nachbildungen des AKG-Altbaus und des Schwabacher Rathauses sowie viele glitzernde Sterne, die mit passendem Licht den Markgrafensaal in weihnachtliche Stimmung versetzten.

Als sanften Einstieg berieselte die Big Band unter der Leitung von Martin Tonn mit „I’ll Be Home For Christmas“ von Bing Crosby den vollbesetzten Saal und rührte mit „Tears in Heaven“ buchstäblich zu Tränen, zumal Eric Clapton dieses Lied für seinen sehr jung verstorbenen Sohn geschrieben hatte. Vor allem die perfekt einsetzenden Bläserinnen und Bläser wie auch diverse weitere Soli ließen in diesen Stücken wie auch in Chris de Burghs „A Spaceman Came Travelling“ die Zuhörer gedankenvoll entschweben, die ausgezeichneten Sängerinnen unterstützten bestens diese ausgesendeten harmonischen Schwingungen.

Als Kontrapunkt holte Paul Weber mit seiner Interpretation der anspruchsvollen Klavier-Ballade Opus 118, Nr. 3 von Johannes Brahms das Publikum wieder auf die Erde zurück und führte trotz des lebhaften Leitmotivs mal sanft, mal energisch durch dieses insgesamt schwermütig-intensive Tonstück.

Den in diesen Zeiten bekümmerten Blick nach innen wieder nach außen zur Freude und zur Ausgelassenheit zu wenden, schrieb sich der Unterstufenchor unter dem Dirigat von Gudrun Schöttner mit kindlich-unschuldigem Charme auf seine Fahne: Mit „A Holly Jolly Christmas“ von Johnny Marks, „We Wish You a Happy Holiday“ von George Strid und mit „Take a Winter Walk With Me“ von Mary Donnelly inszenierten die jungen Sängerinnen und Sänger unbekümmert die Freude über die schönste Zeit des Jahres und unternahmen mit kreativer Choreographie einen lustig-unbeschwerten Spaziergang durch eine Winterlandschaft.

Bedauerlich war der krankheitsbedingte Ausfall von Ingrid Bentivoglio, die das Konzert über Monate hinweg vorbereitet hatte. Dass sie am Konzerttag selbst nicht anwesend sein konnte, wurde durch den engagierten Einsatz ihrer Kolleginnen und Kollegen aufgefangen, die kurzfristig die organisatorische wie auch die musikalische Leitung der verschiedenen Chöre übernahmen und so einen reibungslosen Ablauf der Proben und des Konzerts sicherstellten.

Nach dem tosenden Applaus für den Unterstufenchor stimmte Alexander Kaufmann den Schreittanz „Pavane pour une infante défunte“ des impressionistischen Komponisten Maurice Ravel am Flügel an und konnte von einer Sekunde auf die andere das Publikum durch sein Einssein mit dem Instrument, durch seine einfühlsame, fein austarierte Interpretation in seinen Bann ziehen und die Melancholie dieses anspruchsvollen Stücks sacht über den Saal legen.

Als letzten Programmpunkt vor der Pause trat der von Karin Beer dirigierte Lehrerchor auf. Das karibische Weihnachtslied „Virgin Mary Had a Baby Boy“ im so genannten Calypso-Stil wurde witzig-frech mit perfekt aufeinander abgestimmten Echoelementen vorgetragen, so dass pure Lebensfreude spürbar wurde. Der auf einem ukrainischen Volkslied basierende „Carol of The Bells“ von Mykola Leontovich offenbarte den hohen künstlerischen Anspruch dieses Chors, der lediglich durch seine Stimmen das abwechselnde Schlagen der Glocken akustisch erzeugen und durch die eigenwillig-abwechslungsreiche Metrik des Lieds einen wunderbaren Ohrenschmaus bieten konnte.

Den Auftakt nach der Pause übernahm das Orchester unter der Leitung von Karin Beer. Die Schülerinnen und Schüler führten mit „Sleigh Ride“ (Leroy Anderson) locker-flockig und mit passend gesetzten Trompetensoli durch den Schnee sowie zur Wiedererkennung der mystisch-zauberhaft dargebotenen „Highlights from Harry Potter“ (John Williams), die auch die dunkle Seite der menschlichen Seele beleuchten. Bei „Music from FROZEN“ (K. Anderson-Lopez) gewährte das Orchester einen Einblick in die emotionalen Verstrickungen der beiden Hauptfiguren des Musicals, da die Bläser und Streicher immer wieder den Weg durch diesen emotionalen Genre-Mix aus Pop, Musical und klassischer Filmmusik wiesen.

Unglaublich reif und erwachsen für ihr Alter ertönte danach die Stimme von Victoria Wanner, die von Theresa Klöcker am Flügel bei „Snowman“ von Sia begleitet wurde. Sowohl die Musik wie der hingebungsvolle Gesang erzeugten einen echten Gänsehautmoment, der die unglückliche Liebesgeschichte des Liedes nur unterstreichen konnte und begeistert vom Publikum gefeiert wurde.

Die Trommelgruppe unter der Führung von Gudrun Schöttner zeichnete sich anschließend mit dem selbst entwickelten „Conga Fever“ und mit „Samba Reggae“ durch ihre exakte rhythmische Darbietung aus. Sie vollzog in höchster Konzentration schnellsten Taktwechsel, näherte sich gefühlt vom Herzschlag einem Herzrasen an, steigerte sich zum Crescendo und ebbte wieder leise ab: personifizierte Trommelfreude – eine starke, professionelle, ungewöhnliche Vorstellung!

Dass sich das Konzert so langsam dem Ende zuneigte, war dem Spiel von Mara Meier am Klavier anzumerken. Denn sie hatte mit „Requiem der Morgenröte“ von Linked Horizon ein Stück ausgewählt, das für die Manga-Serie „Attack on Titan“ komponiert wurde und zwischen der Zerstörung des Jetzt und der Hoffnung auf eine bessere Zukunft pendelt: Am Ende waren die dunklen Töne wie Wolken von der Pianistin weggeschoben und – in Hoffnung auf das Erscheinen der Morgenröte – energisch in helle verwandelt.

So wurde das Finale mit dem über 100 Sängerinnen und Sänger zählenden Mittel- und Oberstufenchor vorbereitet, der sich als Gegensatz zur eben bespielten Morgenröte mit „Can You Feel The Love Tonight“ von Elton John der Nacht zuwendet und einen Mantel von Gefühl und Liebe um die Zuhörer legt, der sich anschmiegt und Wohlgefühl auslöst. Den Pop-Klassiker „Angels“ von Robbie Williams konnte der Chor, unter der engagierten Leitung von Gudrun Schöttner, mit so voluminösem und zugleich eindringlich und fein miteinander harmonierendem Gesang darbieten, dass sich die Wände des Saals öffneten und die Welt diese „Engelsbotschaft“ hörte. Dem schloss sich das sehr trefflich gewählt „Imagine“ von John Lennon an, das in seiner visionär-spirituellen Haltung und seiner hingebungsvoll vorgetragenen verträumten Sanftheit den einen oder anderen Gast zum Mitsingen bewegte.

Das gemeinsame Singen von „Oh du Fröhliche“ stand am Ende dieses bewegenden und äußerst niveauvollen Konzerts, nachdem der Schulleiter Harald Pinzner und der Elternbeirat den Mitwirkenden ihren Dank ausgesprochen hatten: mit dankbarem Herzen sangen alle mit.

Text: Elke Werrer

Fotos: Markus Wawrzynek