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Sonne – Sommer – Songs: AKG-Konzert ließ den Markgrafensaal beben

Mit dem Titel des Lieds „Cover Me in Sunshine“, vorgetragen vom Unterstufenchor, lässt sich das diesjährige AKG-Sommerkonzert bestens betiteln: draußen die Hitzewelle, im Saal zunehmend steigende tropische Temperatur, ein sichtlich und hörbar angeheiztes, begeistertes Publikum, das von den vielfältigen Darbietungen mitgerissen wurde und den Sommer als Augen- und Ohrenschmaus erleben durfte.

Mit bestechenden Bläser- und Schlagzeugsoli konnte Martin Tonns Bigband mit „Good Man“ (Owl City) und „What Makes You Beautiful (One Direction) beschwingt den Auftakt setzen und zu ersten Beifallsstürmen hinreißen. Die Gestaltung des Programms folgte einem wellenhaften Auf und Ab der Gefühle, so dass Julie Golds „From a Distance“, vorgetragen von Andreea Ghent und Odette Modi, die Grooves der Bigband erdete; im Duett leuchteten die beiden Schülerinnen die Weite des Markgrafensaals wie die sich drehenden Scheinwerfer mit ihren Stimmen berührend aus. Mara Meier trug anschließend enorm schnörkellos und doch einfühlsam und mit höchster Fingerfertigkeit Vickeblankas „Black Catcher“ am Flügel vor, gefolgt von Viktoria Wanner mit Adeles „Easy on Me“, begleitet von Theresa Klöcker, die mit ihrer voluminösen, reifen Stimme einen ersten Gänsehautmoment erzeugte.

Soli der klassischen Art stellte das kongenial harmonierende Duo Alexander Kaufmann und Lukas Büttner dar: Die jungen Musiker schwelgten im konzertanten Miteinander in einem Vivaldi-Stück und boten einen innigen, auf die melodiösen Barock-Wellen ausgerichteten Moment dar. Ganz im Gegensatz zum immer umjubelten Auftreten des sehr agilen, lebendigen Unterstufenchors („Schiefgehtag“, „Cover Me in Sunshine“, „Super Trouper“) und dem erneut auf höchstem Niveau singenden Lehrerchor („Steppin‘ Out with My Baby“, „Mambo Italiano“), der seine Tanzeinlage unter großem spontanem Applaus inszenierte.

Erstmals hatte die Chor- und Musikfachschaftsleiterin und Hauptverantwortliche für das Konzert, Ingrid Bentivoglio, diese beiden Chöre mit „Wellerman“ zusammengeführt, so dass dieses Shanty als kleines Theaterstück stilecht mit Matrosen und Schiffsrequisiten für alle Beteiligten auf der Bühne wie auch für das Auditorium eine große Freude war – und die „hydration break“ für alle einläutete.

Durch die Pause erfrischt versetzte das Orchester unter dem Dirigat von Karin Beer engagiert und abwechslungsreich mit „Pirates of the Caribbean“ das Publikum weniger in die ferne Karibik, sondern holte es bei den Saaltemperaturen direkt dort ab. Vor diesem Klassiker der Filmmusik genossen die Besucherinnen und Besucher bekannte, mit viel Akribie und feinem Taktgefühl gespielte Melodien aus dem Musical-Klassiker „West Side Story“ (L. Bernstein) und zudem den „Ragtime Dance“ (Scott Joplin).

Leider ohne die erkrankte Leiterin Gudrun Schöttner, aber nichtsdestoweniger präzise, aufeinander abgestimmt und hörend bot die Trommelgruppe mit ihren Cajons und „Bossa-Rondo“ (William Schinstine) eine Klangwelt, die intuitiv erzeugte überraschende Effekte hervorbrachte und die Gäste in ihren Bann zog. Ähnlich bravouröse Konzentration zeigten danach die Geschwister Theresa und Christoph Klöcker mit dem „Pokémon Theme“ (Loeffler/Siegler) am Flügel – sie inszenierten eine kraftvolle Aufbruchstimmung, die wie eine frische Brise durch den Saal strich. Diese optimistischen Töne gingen über in ein weiteres Solistenstück, „Total Eclipse of the Heart“ von Jim Steinman, gesungen von Andreea Ghent im Duett mit Thomas Qi am Klavier und unterstützt von Colin Drescher am Schlagzeug.

Alexander Kaufmann beschenkte als letzter Solist den Saal mit dem Präludium in g-Moll (op. 23, Nr. 5) von Sergei Rachmaninov, in dem er die dicht gedrängte Dynamik wie auch die Wehmut des anspruchsvollen Stücks mit den Tasten schier verschmelzend weitergeben konnte.

Nach diesem grandiosen musikalischen Innehalten entführte die Darbietung von „The Lion Sleeps Tonight“ durch den Tiere nachahmenden Mittel- und Oberstufenchor das Publikum in einen Dschungel, in dem sogar die Tierstimmen zu hören waren und die ansteigende Luftfeuchtigkeit sogar zur Kulisse wurde. Mit zwei weiteren Songs („From Now On“ und „Stay“) präsentierten sich die mit inniger Freude singenden Schülerinnen und Schüler in stimmlich sehr berührender Bestform. Vor allem die Männerstimmen boten den Frauenstimmen bei „Stay“ hervorragend Paroli, so dass sich erneut die Regie für diesen Konzertabend erfüllte und ein mit Instrumenten und Stimmen erzeugtes wellenartiges Auf und Ab wohltuend von der Bühne ausging – mit der eindeutigen Intention „I want you to stay!“ Da viele scheidende Abiturientinnen und Abiturienten mitsangen, bekam dieses Lied eine zweite emotionale Ebene, denn am nächsten Tag erfolgte die feierliche Entlassung dieser Mitwirkenden.

Nach dem herzlichen Dank von Schulleiter Harald Pinzner und der Elternbeiratsvorsitzenden Dr. Muriel Letzkus begann nicht eine Party mit dem gemeinsam vorgetragenen „Celebration“, sondern das Konzert mündete, unterstützt von der Bigband, in ein grandioses Finale, das die Anwesenden mit „Have a good time!“ und bewegenden musikalischen Erlebnissen im Herzen in den Sommer- und Fußballabend entließ.

Text: E. Werrer

Fotos: M. Wawrzynek