Am 3. Februar 2026 besuchten alle fünf 9. Klassen mit Herrn Baumann und Herrn Lessing sowie den Geschichtsreferendaren die KZ-Gedenkstätte in Flossenbürg. Im Vorfeld hatten wir schon viel über die NS-Ideologie, die Entrechtung der Juden und Verfolgung politischer Gegner und auch über das Leiden in den Konzentrationslagern gehört. Doch ungleich eindrücklicher war es, davon nun auch vor Ort zu erfahren und Geschichtsunterricht außerhalb von Buch, Tablet und Klassenzimmer zu erleben.
Früh um 8 Uhr brachen wir auf, um pünktlich zu unserer Führung an der Gedenkstätte anzukommen. Als wir aus den Bussen stiegen, war zu spüren, wie es immer leiser wurde, weil jeder realisierte, wo wir hier waren. Das Gelände war zwar von einem halben Meter Schnee bedeckt, aber dennoch ließ sich die Dimension erahnen. In der eisigen Kälte wurden wir klassenweise aufgeteilt, bekamen einen Tourguide zugewiesen und erhielten einen ersten Überblick über das Lagerareal.
Auf dem Rundgang über das Gelände erfuhren wir, dass das KZ für den Abbau von Granit in der Nähe errichtet und als Hauptlager konzipiert worden war. Das bedeutet, dass es in der Umgebung weitere kleinere Lager gab, die unter der Leitung von Flossenbürg standen. Bei der Führung wurden uns vor allem die Hauptgebäude gezeigt, die bis heute erhalten sind. Dazu zählen neben dem Hauptgebäude für die Verwaltung auch die beiden Gebäudetrakte mit der Wäscherei, den Waschräumen und der Lagerküche. Heute werden die wenigen noch erhaltenen Gebäude als Museumsräume genutzt.
Anschaulich wurde uns der Weg der Neuankömmlinge ins KZ erläutert sowie die Demütigungen und Entwürdigungen ab dem ersten Schritt: wie sie alle persönlichen Sachen abgeben mussten, wie sie zwangsrasiert und zusammengepfercht geduscht und währenddessen verprügelt wurden und wie die Registrierung der Häftlinge durch eintätowierte Nummern organisiert war. Manchmal mussten sie bis zu mehreren Tagen draußen bei eisiger Kälte oder Hitze warten, bis sie in ihre Baracken durften. Dort teilten sich bis zu sieben Männer eine Holznische als Bett. Mit am erschütterndsten waren die Einzelschicksale, die man anhand von Bildern, Texttafeln und originalen Gegenständen nachvollziehen konnte: wer hier gefangen gehalten wurde und warum, was die Menschen durchlitten und wie sie zu Tode kamen.
Den Abschluss der Führung bildete das sogenannte „Tal des Todes“, das trotz der Schneemassen gut zu erkennen war. Uns wurde erklärt, wie die durch Hunger, Kälte, Erschöpfung oder Gewalt zu Tode Gekommenen dort auf unwürdigste Art hinabgeworfen und im Krematorium verbrannt wurden.
Nach der ergreifenden Führung hatten wir noch Zeit, das Gelände selbst zu erkunden oder uns noch einmal im Museum umzusehen. Interessant war beispielsweise ein neuer Raum, der erst am Anfang des Jahres eröffnet worden war. Dort erzählen Zeitzeugen auf Videowänden projiziert von ihrem Schicksal im Konzentrationslager Flossenbürg und seinen 80 Außenlagern. Nicht zuletzt durch diesen Raum war zu spüren, welche traumatischen Erinnerungen die überlebenden Häftlinge nicht mehr losgelassen haben.
Selbst wenn wir schon vorher davon gehört hatten, welche schlimmen Gräueltaten in den Konzentrationslagern begangen wurden, war es ein viel intensiveres Gefühl, selbst an einem Ort des Geschehens zu stehen. Und auch wenn die Schrecken der NS-Herrschaft ein sehr belastendes Thema sind, hat uns der Besuch in der Gedenkstätte unmittelbare Eindrücke vom Leben und Leiden in den Konzentrationslagern vermittelt und die unfassbare Erinnerung an diese Schreckenszeit verständlicher gemacht.
Text und Fotos: Manuel Reuter und Thomas Qi (9a)



